LIRA ORGANIZZATA

Widmung

Funktionsweise

Bei der Orgelleier betreibt die rechte Hand des Spielers - zusätzlich zur Drehung des Rades - eine an der Radachse montierte Pleuelmechanik, die mehrere Schöpfbälge in Bewegung setzt. Ein Magazinbalg sorgt für gleichmäßigen Druck und erlaubt es die Orgel für einen kurzen Zeitraum ohne Drehen der Kurbel zu spielen. Die Tasten der Drehleier öffnen über eine Mechanik (ein Gestänge und je eine Wippe) die Orgelventile und werden beim Loslassen durch Federn wieder zurückgestellt. Der Orgelteil besteht aus zwei gedackten Registern, eines an der Zarge der Drehleier und eines unter dem Korpus des Balges, die je über 2 1/2 Oktaven spielbar sind, wie von Haydn in seinen Werken vorgeschrieben wird. Die Herausforderung für den Spieler ist es, diese beiden gegensätzlichen Systeme zu einem Instrument zu vereinen. Und erst im sorgfältigen Umgang mit allen Komponenten dieses opulenten und wundersamen Instrumentes öffnet die Orgelleier ihren delikaten Klang wie eine Schatzkiste: die Klarheit im Klang und in der Phrasierung der Orgel sowie die Dynamik und Formbarkeit der Saite.

Musik

Für die lira organizzata sind uns folgende Werke erhalten: 5 Concerti für 2 Orgelleiern und 8 Notturni für 2 Orgelleiern von Joseph Haydn, Ein Notturno und ein Fragment für 2 Orgelleiern von Ignaz Pleyel sowie 3 Sinfonien von Vicenzo Orgitano.
Wir wissen außerdem von der Bestellung von 7 Notturni bei Adalbert Gyrowetz und vage belegt von Stücken Franz Xavers Sterckels. Ein vorhandenes Manuskript ist noch nicht zugeordnet.
Da es keine explizit für Orgelleier geschriebe Musik aus Frankreich gibt, obwohl die meisten erhaltenen Instrumente französischen Ursprungs sind, kann man annehmen, daß dort die bestehende Literatur für Drehleier gespielt wurde.

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